IGA Ruhrgebiet 2027:Eine Gartenschau für die gesamte Region

Industrie und Gartenkunst: Mit fünf großen Zukunftsgärten, etlichen bestehenden Parks sowie unzähligen Projekte von Schulen, Vereinen und Einwohner*innen findet die Internationale Gartenausstellung 2027 im gesamten Ruhrgebiet statt.

Vom 23. April bis 17. Oktober 2027 zeigt die IGA Ruhrgebiet 2027 Antworten auf die Leitfrage „Wie wollen wir morgen leben?“. Insgesamt 53 Kommunen sind an der Internationalen Gartenausstellung beteiligt. Das dezentrale Projekt bezieht eine 4400 Quadratkilometer große Region ein, in der rund fünf Millionen Menschen leben. Nach der Internationalen Bauausstellung Emscherpark (IBA) 1989-1999 und Ruhr.2010 - Kulturhauptstadt Europas ist die IGA 2027 ein weiteres großes Dekadenprojekt für das Ruhrgebiet. Es ist die erste Internationale Gartenausstellung in Nordrhein-Westfalen.

178 Tage sind die Tore der IGA Ruhrgebiet 2027 geöffnet. Rund 6.000 Veranstaltungen sind geplant und insgesamt 33.000 Quadratmeter an gärtnerischen Ausstellungen. Den Schwerpunkt bilden die drei großen eintrittspflichtigen Zukunftsgärten in Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen sowie die beiden frei zugänglichen Zukunftsgärten in Lünen und Castrop-Rauxel. Es werden moderne Mustergärten, innovative Stauden- und Rosenpflanzungen, Baumschulbeiträge sowie „Grabgestaltung und Denkmal“ zu sehen sein, üppiger Wechselflor und vieles mehr. Auch insgesamt 27 Blumenhallenschauen zu ganz unterschiedlichen Themen sind in Planung.

Die fünf Zukunftsgärten

DUISBURG RHEINPARK

Foto: IGA 2027/Oberhäuser

Der RheinPark in Duisburg-Hochfeld lädt ein, nicht nur den Rhein an der 1,4 km langen Promenade, sondern auch moderne Pflanzungen, vielfältige Ausstellungsbeiträge, den neuen Kultushafen und einen Skywalk zu erleben. In Duisburg geht es um Themen wie klimaangepasste Stadtentwicklung, Regenwassermanagement und zeitgemäße Stadtplanung. Es werden unter anderem hitze- und trockenheitsverträgliche Rosen auf 1500 Quadratmetern zu sehen sein, außerdem Staudenpflanzungen, Clematis auf 250 Quadratmetern und der 2000 Quadratmeter umfassende Beitrag des Baumschulverbands NRW. In einer Blumenhalle finden wechselnde Hallenschauen statt. Außerdem ist der Zukunftsgarten Standort des i punkt grün – des Informationszentrums der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft rund um alle gärtnerischen Themen. Landmarke ist der historische Wasserturm, ein besonderes Highlight: der moderne Eingangspavillon aus Holz.

NORDSTERNPARK

IGA 2027/Oberhäuser

Im Gelsenkirchener Nordsternpark fand 1997 die Bundesgartenschau statt, im Zuge der IGA 2027 wird dieses Gelände um 28 Hektar auf 100 Hektar erweitert. Der Zukunftsgarten liegt auf der Emscher-Insel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal. Zentrale Landmarke ist der „Greentower“, der ehemalige Kohlebunker der Zeche Nordstern. Er erhält eine begrünte Fassade und eine Gastronomie mit Dachterrassen. Die Umgestaltung eines ehemaligen Schiff-Wendebeckens ermöglicht nun den Zugang zum Wasser, dort wird es während der IGA 2027 insgesamt 270 Quadratmeter große schwimmende Beete geben. Außerdem sind in Gelsenkirchen die Themengärten der Landschaftsgärtner*innen zu sehen an einem 4400 Quadratmeter großen „Klimawalk“ - präsentiert werden dauerhafte, klimaangepasste Pflanzungen und innovatives Design. Auch der Beitrag Grabgestaltung und Denkmal ist in Gelsenkirchen angesiedelt, neben Wechselflorflächen, Fuchsien und Begonien.

Kokerei Hansa im Dortmunder Stadtteil Huckarde

Foto: DBG

Zur IGA Ruhrgebiet 2027 erfährt die Kokerei Hansa im Dortmunder Stadtteil Huckarde eine Aufwertung: Es entsteht nicht nur der knapp 14 Hektar große Kokereipark, das Gelände wird über eine Brücke mit dem nahegelegenen Deusenberg, einer begrünten ehemaligen Deponie, verbunden. Damit werden die Stadtteile Huckarde und Deusen miteinander verbunden. Die „Wolke“, eine begehbare Spiel- und Erlebnisskulptur aus sieben Stahlringen, wird das markante Kennzeichen des Kokereiparks. Auch das Nahverkehrsmuseum Mooskamp ist eingebunden. Gärtnerisch liegt in Dortmund der Schwerpunkt auf Stauden – sowohl für Sonne als auch Schatten, bereits angelegt ist das dauerhaft bleibende „Jubiläumsbeet“ des Bundes deutscher Staudengärtner. Ein Schwerpunkt zur IGA werden die Wassergärten sein mit insgesamt mehr als 800 Quadratmetern sowie zwei Blumenhallen. Zudem gibt es Balkongärten und Wechselflor, Dahlien, Pilze, botanische Besonderheiten wie Miniteiche und fleischfressende Pflanzen. Die Friedhofsgärtner präsentieren ihren „Naturruh“-Beitrag.

Emscherland IGA 2027

Foto: IGA 2027

Das „Emscherland“ ist ein Großprojekt der Region der Städte Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Herne und Herten sowie dem Regionalverband Ruhr. In dem neu entstandenen Landschaftspark lässt sich beispielhaft die Renaturierung der Emscher erkennen – der stark kanalisierte Fluss wurde in den vergangenen Jahrzehnten naturnah gestaltet. Zum Projekt gehört die Brücke „Sprung über die Emscher“, die über den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher führt, außerdem die Emscher-Promenade: Auf rund 18 Kilometern sind etwa 25 Stationen entstanden, an denen mehr über die renaturierte Emscher zu erfahren ist. Besucher*innen erwarten im Emscherland Staudenbeete und Themengärten, Streuobstwiesen und sogar ein Weinberg.

Zukunftsgarten in Lünen

Foto: Greenbox

Der Zukunftsgarten Lünen befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Viktoria, hier entsteht ein 32 Hektar großer Landschaftsgarten. Unter dem Motto „Landschaft in Bewegung“ gibt es sportliche Angebote, unter anderem einen Scooterpark, einen Pumptrack und Streetball. Spielgeräte am Hügel ermöglichen, die neu entstandene Landschaft aktiv zu erleben. Für Lünen bedeutet die IGA ein weiterer Schritt im Strukturwandel von der Zeit der Montanindustrie zum Naherholungsgebiet sowie eine touristische Aufwertung. Der IGA-Radweg wird die Stadt Lünen an die anderen Zukunftsgärten anbinden. Dafür werden unter anderem auch zwei neue Brücken über die Lippe und die Kamener Straße gebaut. Im nördlichen Teil entstand eine neue Halde aus den Erdmassen, die in Lünen bewegt wurden. Im südlichen Teil wird Wald erhalten, es gibt Ruderalvegetation und eine Landmarke – ein 11,50 Meter hoher Ring aus Cortenstahl. An gärtnerischen Beiträgen sind in Lünen Wechselflor sowie Obst- und Kübelgehölze zu sehen.

Autorin: Ina Sperl, Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH

Header-Bild: IGA 2027

Carsten Peters2026-11-02T09:09:22+01:00
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