Vom Garten in den Feed – Mit Milan GaLaBau gehen naturnahe Gärten viral

Milan Jünkersfeld kann ziemlich schnell ins Schwärmen geraten, wenn er über Gärten spricht. Über Pflanzen sowieso. Über Gräser, die im Winter stehen bleiben dürfen. Über Naturstein, Wasser und Gärten, in denen es hinter jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt. Vor allem aber, wenn er sagt: „Ich bin Gärtner und eben kein Betonbauer.“ Diese Haltung prägt Milan GaLaBau aus Bad Honnef – und sie kommt auch auf Instagram ziemlich gut an. Denn aus ein paar spontanen Videos ist längst ein Kanal mit großer Reichweite geworden.

Gärtner aus Überzeugung

Eigentlich beginnt die Geschichte lange vor Instagram. Milan wächst direkt am Wald auf, verbringt viel Zeit draußen und arbeitet schon mit zwölf Jahren bei einem Landwirt. Ein Praktikum bringt ihn schließlich in den Garten- und Landschaftsbau. Besonders prägend ist seine Ausbildung: Seine Ausbilderin nimmt sich viel Zeit, ihm Pflanzen und Pflanzenwissen nahezubringen. „Das ist bei mir hängen geblieben“, sagt Milan heute.
Nach Ausbildung, Berufsjahren und Meisterqualifikation folgt der Schritt in die Selbstständigkeit. Seine Frau ist zu diesem Zeitpunkt schwanger. Für Milan ist das der Moment, an dem er sich entscheiden muss: jetzt oder vielleicht nie. Also wagt er den Sprung.

„Wir sind Gärtnerinnen und Gärtner, wir müssen uns mit Pflanzen auskennen, und wir müssen die Pflanzen an die Leute bringen.“

Milan Jünkersfeld

Von Anfang an ist klar, wofür sein Unternehmen stehen soll: hochwertige Gartengestaltung und Pflanzkonzepte, die funktionieren. Nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als Herzstück des Gartens. „Wir sind Gärtnerinnen und Gärtner, wir müssen uns mit Pflanzen auskennen, und wir müssen die Pflanzen an die Leute bringen.“

Bis heute ist Milan selbst auf den Baustellen dabei – und das soll auch so bleiben. In jedem Garten stecke schließlich ein Stück von ihm selbst. Diese Leidenschaft sollen Kund*innen spüren. Und deshalb nimmt er auch nicht jeden Auftrag an. Wenn ein Projekt nicht zu ihm und seinem Unternehmen passt, sagt er lieber ab.

Naturnah, nicht Naturgarten

Wer Milan GaLaBau heute anfragt, sucht meist genau diesen Stil. Milan spricht von naturnahen Gärten – und grenzt sie bewusst vom klassischen Naturgarten ab.

„Ein Garten ist für mich für den Menschen gemacht. Er ist die Verlängerung des Wohnzimmers.“ Dazu gehören viele Pflanzen, Naturmaterialien, wenig Beton und gerne Wasser. Inspiration holt Milan sich aus der Natur: Welche Pflanzen wachsen zusammen? Welche Bilder entstehen dort ganz von selbst? Dieses Gefühl möchte er in seine Gärten holen – ohne dass sie ungepflegt wirken. Naturnah und ordentlich sind für ihn kein Widerspruch.

Vor allem aber darf ein Garten leben. Pflanzen wandern, Stauden säen sich aus, Gräser bleiben über den Winter stehen. Statt den Garten zwölf Monate lang in dasselbe Bild zu zwingen, möchte Milan die Jahreszeiten sichtbar machen. Ein bisschen Ordnung? Klar. Aber eben nicht zu viel. „Ein bisschen gebändigt, aber es darf halt eben auch ein bisschen wild sein.“ Und genau solche Bilder landen irgendwann auch im Feed.

Plötzlich viral

Dabei beginnt Milans Instagram-Geschichte alles andere als strategisch. Kein großer Plan, keine ausgefeilte Kampagne, nicht einmal das Ziel, möglichst viele Follower*innen zu sammeln. Eigentlich möchte Milan noch warten und erst einmal Material zusammentragen. Dann legt er doch einfach los. Seine Schwägerin unterstützt ihn dabei und ist inzwischen für den Bereich Social Media im Unternehmen angestellt.

Milan Jünkersfeld mit Schwägerin Nele

Milans Schwägerin Nele dreht die Videos und betreut die Social-Media-Kanäle von Milan GaLaBau.

„Ich teile das, was mir in den Kopf kommt.“

Und dann passiert etwas, womit er selbst nicht gerechnet hat: Die Videos werden ausgespielt, die Reichweite wächst rasant. Innerhalb kurzer Zeit folgen dem Account Tausende Menschen, einzelne Inhalte erreichen ein Vielfaches davon. Milan selbst spricht rückblickend von Glück, gutem Timing und einer Nische, die offenbar einen Nerv getroffen hat. Vielleicht liegt der Erfolg aber gerade darin, dass er nie versucht hat, viral zu gehen.

„Ich teile das, was mir in den Kopf kommt“, sagt Milan. Der Content entsteht mitten im Arbeitsalltag. Wenn auf einer Baustelle etwas Spannendes passiert, wird die Kamera herausgeholt. Wenn eine Pflanzung ihren großen Auftritt bekommt, wird gefilmt. Und wenn einmal etwas anders läuft als geplant, kann auch das gezeigt werden. Hochglanz um jeden Preis? Nicht Milans Ding.

Der Garten liefert den Content

Stoff gibt es schließlich genug. Vorher-Nachher-Videos funktionieren besonders gut. Milan möchte aber nicht nur das perfekte Endergebnis zeigen. Spannend ist für ihn auch der Weg dorthin: Wie entsteht ein Garten? Warum muss auf der Baustelle manchmal umgeplant werden? Was passiert, wenn Leitungen dort liegen, wo man sie nicht erwartet hat? Was macht eine gute Natursteinmauer aus?

Instagram wird so zum kleinen Schaufenster ins Gärtnerhandwerk. Für lange Fachvorträge ist dort kein Platz. Aber Milan kann Themen anreißen, Details zeigen, Wissen vermitteln und vor allem neugierig machen.

Und er zeigt die Menschen hinter den Gärten. Mitarbeiter*innen können selbst entscheiden, ob sie in den Videos auftauchen möchten. Wer den Kanal verfolgt, bekommt dadurch nicht nur schöne Gärten zu sehen, sondern auch ein Gefühl dafür, wer diese Gärten baut.

Milan Jünkersfeld mit Mitarbeitern

Das wirkt längst über die Kundengewinnung hinaus. Auch Praktikant*innen sind über Social Media bereits aus anderen Teilen Deutschlands auf Milan GaLaBau aufmerksam geworden. Für Milan ist der Kanal damit auch eine Möglichkeit zu zeigen: So arbeiten wir. Das sind wir.

Reichweite ja, Influencer nein

Bei aller Reichweite zieht Milan allerdings eine klare Grenze: Aus Instagram soll kein zweiter Beruf werden. Er könnte häufiger posten, Kooperationen stärker ausbauen und mit seiner Reichweite Geld verdienen. Doch dann würde aus dem freiwilligen Zeigen schnell eine Verpflichtung. Genau das möchte er nicht. „Ich bin Gärtner, Gärtnermeister und das möchte ich vermitteln. Ich zeig einfach gerne, was ich mache.“

Auch Followerzahlen sind für ihn nicht das Maß aller Dinge. Social Media soll das Unternehmen unterstützen – nicht sein Leben bestimmen. Neben Betrieb und Baustellen gibt es schließlich auch noch Familie und Hobbys.

Und so bleibt der Content nah an dem, was ohnehin passiert. Keine Hochglanzwelt, die eigens für Instagram geschaffen wird. Sondern echte Baustellen, echte Gärten, echte Menschen und echte Begeisterung für einen Beruf.

„Ich zeige einfach gerne, was ich mache.“

Erfolgsrezept: einfach echt bleiben

Und was rät Milan anderen GaLaBau-Unternehmer*innen, die mit Social Media starten wollen? „Einfach anfangen.“

Keine teure Kamera kaufen. Nicht monatelang an einer Strategie feilen. Und nicht warten, bis alles perfekt ist. Milan selbst hat mit dem Smartphone begonnen. Sein Rat: Das tun, was man ohnehin jeden Tag tut – und dabei einfach mal die Kamera laufen lassen. Authentisch bleiben, ausprobieren und schauen, was funktioniert.

Diese Haltung prägt nicht nur seinen Instagram-Kanal, sondern auch seine Gärten. Denn auch die dürfen sich entwickeln, verändern und manchmal ein bisschen unperfekt sein. Vielleicht ist genau das sein Erfolgsrezept: Milan versucht weder im Garten noch auf Instagram, etwas darzustellen, das er nicht ist. Er baut die Gärten, hinter denen er steht. Und er zeigt die Arbeit, die ihm Spaß macht.

Milan Jünkersfeld

Dass dabei auch sein Vorname zur Marke geworden ist, passt ziemlich gut. Milan möchte nahbar sein. Kund*innen sollen schon vor dem ersten Treffen wissen, wer da später in ihrem Garten steht. Deshalb hat er sich auch auf Social Media ganz bewusst für seinen Vornamen entschieden. Wer seine Videos eine Weile verfolgt, soll irgendwann das Gefühl bekommen, „den Milan“ eigentlich schon ein bisschen zu kennen.

Alle Fotos: Martin Rottenkolber
Autorin: Kim Lüftner

Carsten Peters2026-10-19T08:46:53+02:00
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