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Mit einer Instagram-Kampagne, in die ein virales Video eingebettet war, gewann Friedrichs Garten- und Landschaftsbau in Braunschweig neue Auszubildende. Und das war nicht der erste Social-Media-Treffer des Betriebs. Die Erfolgsformel: Die Beiträge entstehen spielerisch, und sie spiegeln die positive Atmosphäre wider, die den Betrieb auszeichnet.

An einem heißen Sommertag fährt Achim Friedrichs, Inhaber von Friedrichs Garten- und Landschaftsbau in Braunschweig, im Firmenwagen vor. Er steigt aus, nimmt Anlauf und springt in voller Bekleidung in seinen Pool. Diese kurze Szene wurde als Video im Internet veröffentlicht und Tausende Male angeschaut.

Nicht jeder Inhaber eines erfolgreichen Gartenbaubetriebs würde sich auf diese Weise präsentieren. Aber wenn der Inhaber Achims Friedrichs heißt, dann ist es absolut stimmig. In den Internetvideos des Betriebs spiegelt sich der erfrischende Humor des Chefs und seines Teams wider. Sie sind authentisch, das spürt man, und deshalb kommen sie so gut an.

In den Videos spiegelt sich der Humor von Achim Friedrichs und seinem Team wider.

Achim Friedrichs Portrait

Achim Friedrichs, Inhaber von Friedrichs Garten- und Landschaftsbau in Braunschweig, ist unkonventionell und damit erfolgreich.

Der nur 17 Sekunden lange Film, in dem Friedrichs bekleidet in den Pool springt, war eine völlig spontane Aktion: Kaum war die Idee entstanden, wurde innerhalb weniger Minuten ein Handy-Video gedreht und in sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook geteilt. Andere Videos erfordern ein bisschen mehr Vorbereitung, sind aber ebenfalls recht schnell erstellt und erzeugen große Wirkung mit wenig Aufwand.

Ein riesiger Erfolg mit weit über 71.000 Klicks wurde etwa der 80-Sekünder „Relaxen im Whirlpool – mal anders“ aus dem Sommer 2017, in dem Achim Friedrichs zusammen mit einem Mitarbeiter in einem Whirlpool sitzt und demonstriert, „wie man richtig Fußball guckt“. Sie bejubeln zum Saisonstart ein Spiel von Eintracht Braunschweig am zuvor herangeschafften Bildschirm – natürlich komplett ausgestattet mit den entsprechenden Fan-Devotionalien.

„Hier in Braunschweig muss man einfach Fan der Eintracht sein, deshalb ging das Video schnell viral, obwohl wir es nicht beworben haben“, so Friedrichs. Fast wie nebenbei erklärt er darin auch noch die Funktionsweise des biologischen Außenwhirlpools, den er gerade ins Programm aufgenommen hatte. Ihn zu bewerben, war nämlich das eigentliche Ziel der Aktion, und das sollte eben auf witzige statt auf konventionelle Art geschehen.

Whirpool-Video von Achim Friedrichs

Achim Friedrichs setzt gerne spontane Ideen um.

Neue Azubis durch virale Kampagne

Sogar für die Azubi-Werbung setzt Friedrichs erfolgreich auf Internetvideos: „Azubi – richtig geil!“, eine Kampagne aus dem Frühjahr 2019, erwies sich als Volltreffer. Auf Instagram wurde ein fröhliches Video veröffentlicht, in dem ein Auszubildender des Betriebs demonstriert, wie viel Spaß ihm seine Ausbildung macht. Fast ohne Text, einfach indem er die Geräusche der Arbeiten im GaLaBau nachahmt („whoohaaar“, „baaam“, „bagger, bagger, bagger“) und ausgelassen auf dem Betriebshof herumtollt. Schnelle Schnitte und harte Musik sorgen für Dynamik, die gute Laune des jungen Mannes steckt an.

Das sah auch die Zielgruppe so, die per Instagramwerbung sorgfältig adressiert wurde. So waren ausschließlich Menschen im Alter von 16 bis 22 Jahren am nördlichen Rand von Braunschweig angesprochen. Sie wurden im Anschluss an das Video auf eine Landingpage geführt, auf der Achim Friedrichs in einem weiteren Video zu einer Challenge einlud: An einem bestimmten Nachmittag konnten die Interessenten auf den Betriebshof kommen, dort Bagger und Radlager fahren und andere kleine Aufgaben erfüllen.

Es funktionierte. Über das hinterlegte Formular gingen 15 ernstzunehmende Bewerbungen ein, vier Bewerber kamen tatsächlich, und drei davon schnitten in der Challenge so gut ab, dass sie eingestellt wurden – obwohl ursprünglich nur zwei Einstellungen geplant waren. Ein sensationelles Ergebnis bei auch hier überschaubarem Aufwand. Und es gab noch einen schönen Nebeneffekt: Dem Landesverband Hessen-Thüringen gefiel das Video so gut, dass er es erwarb und mit neuem Abbinder für die Nachwuchswerbung seiner Mitglieder nutzte.

Hinter den erfolgreichen Social-Media-Aktivitäten steckt übrigens keine Agentur, sondern der Chef selbst. Er heckt die Ideen meist gemeinsam mit einem auf Videodrehs spezialisierten Bekannten aus und betreut auch eigenhändig den Facebook- und Intagram-Kanal des Betriebs. Allerdings postet er nur dann etwas Neues, wenn es sich ergibt: „Besser immer mal wieder ein scharfer Schuss als ständiges Streufeuer“, findet er. „Dann gucken die Leute es sich auch an.“

Angucken kann man sich alle Videos übrigens nach wie vor auf der Facebook-Seite des Betriebs: www.facebook.com/friedrichsgalabau. Es lohnt sich!

Die „Azubi – richtig geil!“-Kampagne erwies sich als Volltreffer.

Friedrichs Azubi-Video

Gute Atmosphäre ist kein Zufall

In vielen der Videos spielen Mitarbeiter des Betriebs mit. Da heißt es schon mal: Nach Feierabend drehen wir ein bisschen, wer Bock hat, bleibt. Dann wird der Grill angeschmissen, und der Dreh wird zu einem vergnüglichen Gemeinschaftsevent. Das sieht man dem Ergebnis an: „Solche Videos können Sie nicht drehen, wenn die Leute nicht wirklich Spaß haben“, betont Friedrichs.

Das angenehme Betriebsklima hat für ihn eine hohe Priorität, und er weiß, dass es nicht von selbst entsteht. Er hat, wie er sagt, im Lauf der Zeit die Bedeutung des Themas immer mehr erkannt und in den letzten zehn Jahren sein Augenmerk verstärkt darauf gerichtet: „Ich finde Menschenführung heute hochinteressant. Rauszufinden, was die Mitarbeiter brauchen, um gute Arbeit zu leisten und dabei Spaß zu haben. Es muss menschlich passen. Wer das schafft heute, der hat es auch geschafft! Denn Erfolg hat viel damit zu tun, ob das Team gerne für das Unternehmen arbeitet.“

Deshalb finden zum Beispiel regelmäßig interne Workshops statt, die Ideen und Wünsche der Mitarbeiter werden ernst genommen: „Jeder soll merken, dass er eingebunden ist. Und jeder soll merken, dass man sich um ihn kümmert. Es ist wichtig, sich dafür Zeit zu nehmen.“

Ebenso wichtig ist es Achim Friedrichs, dass er selbst gerne zur Arbeit kommt, „sonst kann ich das nicht vermitteln“. Das erreicht er unter anderem dadurch, dass er auch im Büro eine gute und ausreichend große Mannschaft beschäftigt. So gewinnt er Zeit für die wichtigen Führungsaufgaben, die notwendige Erholung und die Weiterentwicklung des Betriebs.

Friedrichs mit Mitarbeiter

Ein gutes Betriebsklima hat für Achim Friedrichs eine hohe Priorität, und er weiß, dass es nicht von selbst entsteht.

„Jeder soll merken, dass er eingebunden ist. Und jeder soll merken, dass man sich um ihn kümmert. Es ist wichtig, sich dafür Zeit zu nehmen.“

Schwerpunkt Wasser

Das Unternehmen „macht alles“, wie Friedrichs sagt, und setzt zugleich seit etwa 10 Jahren einen Schwerpunkt auf Wasser im Garten. Es ist Gründungsmitglied in der Genossenschaft „Pool for Nature“, die nach einem eigenen System Naturpools baut. Hier wird Wissen geteilt, ein gemeinsamer Einkauf organisiert und in die Basisforschung und die Weiterentwicklung der Technologien und Produkte investiert.

So ist es kein Zufall, dass Pools auch in den Videos des Betriebs eine prominente Rolle spielen. Sie entstehen entweder in Friedrichs Privatgarten oder auf dem Betriebshof – beide sind mit Naturpools ausgestattet und dienen auch als Musteranlagen. Gerade bei anspruchsvollen Projekten werden die Kunden meist in den Privatgarten eingeladen, da das Ambiente hier stilvoller ist und die Anlage noch mehr Wellness-Funktionen bietet. Der Betriebshof sei nicht so repräsentativ, sagt Friedrichs. Trotzdem liegt ihm am Herzen, dass alle Kunden auch einmal dorthin kommen, und zwar zur Besprechung von Angebot und Planung: „Die Leute sollen sehen, dass wir ein GaLaBau-Betrieb sind und kein Schicki-Micki-Laden. Wir sind stolz auf die Mitarbeiter, unseren Fuhrpark und die Maschinen, und wir zeigen damit, dass wir auch leistungsfähig sind.“

Vernetzung bringt Impulse

Außer in „Pool for Nature“ ist Friedrichs in verschiedenen Netzwerken aktiv und engagiert sich ehrenamtlich im Verband. In allen Netzwerken bekommt er sehr viel Input, sagt er. An der Verbandsarbeit – Achim Friedrichs ist Regionalvorsitzender in Braunschweig und Vizepräsident des

Landesverbands Niedersachsen-Bremen sowie Mitglied des BWL-Ausschusses beim BGL – gefällt ihm vor allem der regelmäßige Kontakt zu Kollegen aus anderen Betrieben: „Ich fahre zu vielen Veranstaltungen, das ist immer interessant. Man kann sich sehr gut austauschen, und man ist in angenehmer Gesellschaft.“ Außerdem nutzt er im Einkauf den Verbandsservice der Bamaka, vor allem für Fahrzeuge, Maschinen sowie für sämtliche Versicherungen.

„Ich habe mal studiert, da hat mir der Sinn gefehlt.”

Begeistert für den Beruf

Begeisterung für den Beruf

Auf die Frage, was ihn an seinem Beruf begeistert, nennt er die Tatsache, dass man am Ende des Tages sieht, was man gemacht hat. „Ich habe mal studiert, da hat mir der Sinn gefehlt“, erzählt er. Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner war für ihn deutlich befriedigender – die Freiheit draußen, dass man nicht bloß im Büro sitzt, dass man früh eigenverantwortlich arbeiten kann.

Mittlerweile nehmen Bürotätigkeiten natürlich einen großen Teil seiner Zeit in Anspruch. Die Arbeit auf den Baustellen vermisst er, dafür erfreut er sich heute daran, in Sachen Personalführung immer mehr dazuzulernen und mit einem motivierten Team zusammenzuarbeiten. Und in den Internetvideos hat er ein schönes Spielfeld, in dem er auch verrückte Ideen ausleben kann. Wir freuen uns schon jetzt auf neue Internethits aus dem Hause Friedrichs Garten- und Landschaftsbau!

2020-01-14T09:12:14+01:00
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