Weil jedes Dach mehr kann – ein Gespräch
mit Stefanie Heise und Nadine Friedel

Stefanie Heise und Nadine Friedel haben sich mit ihrem Betrieb HEIDEL Garten- und Landschaftsbau auf Dachbegrünungen spezialisiert. Im Gespräch wird schnell klar: Für die beiden Unternehmerinnen geht es dabei um weit mehr als Pflanzen auf einem Dach. Es geht um Verantwortung, um Lebensqualität und um die Frage, wie unsere Städte in Zukunft aussehen sollen.

„Angefangen haben wir mit kleinen, einfachen extensiven Dachbegrünungen. Daraus sind jedoch relativ schnell auch größere Bauvorhaben geworden.“

Nadine Friedel (l.) und Stefanie Heise gründeten 2019 ihren Betrieb HEIDEL Garten- und Landschaftsbau. Von Beginn an liegt ihr Fokus auf Dachbegrünungen aller Art. 

Wir wollten Deutschlands Dächer grüner machen.

Mit dieser Idee sind wir 2019 gestartet. Angefangen haben wir mit kleinen, einfachen extensiven Dachbegrünungen. Daraus sind jedoch relativ schnell auch größere Bauvorhaben geworden – intensive Dachbegrünungen, Dachgärten, Retentions- und Biodiversitätsdächer oder inzwischen auch Solargründächer. Eben das, was der Markt nachfragt.

Heidel für den GaLaBau Blog ©Martin Rottenkolber

Natürlich ist ein Unternehmen dafür da, Geld zu erwirtschaften. Aber wir wollen eben auch einen Beitrag leisten – für Nachhaltigkeit, für die Klimaziele und letztlich für mehr Lebensqualität. Das klingt vielleicht ein bisschen idealistisch. Aber genau deshalb machen wir unsere Arbeit so gern.

Wir sind bewusst klein geblieben.

Wir sind ein kleines Unternehmen mit rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Vielleicht ist das Besondere an uns, dass zwei Frauen den Betrieb führen. Unsere Aufgaben sind klar verteilt. Nadine übernimmt den technischen Bereich – wie Ausschreibung, Kalkulation, Projektleitung, und sorgt zudem für eine reibungslose Umsetzung auf den Baustellen. Stefanie kümmert sich um Personal, IT, Strategie und die kaufmännischen Themen. Wir ergänzen uns einfach gut.

Die Geschäftsführerin und die Betriebsleiterin ergänzen sich hervorragend: Nadine Friedel kümmert sich um den technischen Bereich, Stefanie Heise um den strategischen und kaufmännischen Bereich.

„Vielleicht ist das Besondere an uns, dass zwei Frauen den Betrieb führen.“

Und wir sind auch bewusst klein geblieben. Für uns ist die Größe, die wir heute haben, genau richtig. Sie macht uns flexibel. Wir können schnell Entscheidungen treffen und vor allem nah am Geschehen und dem Team sein. Wir wollen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gespräch bleiben. Denn sie sind diejenigen, die unsere Ideen jeden Tag umsetzen. Dafür braucht es Fachwissen und Erfahrung, speziell für unsere Arbeiten. Wer dieses Know-how mitbringt, wird bei uns immer eine offene Tür finden.

Der Spaß an der Arbeit gehört für uns dazu.

Wenn wir über unser Unternehmen sprechen, reden wir eigentlich ziemlich schnell über unser Team. Der Spaß und die Freude an der Arbeit gehören für uns einfach dazu. Man sieht das auch bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie machen ihre Arbeit mit sehr viel Hingabe und Herzblut. Das braucht man auch.

Wer auf einem Dach arbeitet, ist Wind, Regen oder großer Hitze ausgesetzt. Wenn unten am Boden 25 Grad sind, kann es auf dem Dach schnell über 30 Grad werden. Und wenn es regnet, wird man eben komplett nass. Das ist körperlich anstrengend. Umso wichtiger ist es, dass alle gern zur Arbeit kommen.

Wir betreuen die Dächer so lange, bis sie grün sind.

Am Anfang lag unser Fokus ganz klar auf der Herstellung. Wir wollten gute Dachbegrünungen bauen. Irgendwann haben wir aber gemerkt, dass wir einen wichtigen Punkt vielleicht ein bisschen unterschätzt haben: die Pflege.

Heute gibt es bei uns nicht nur Bauteams, sondern auch ein eigenes Pflanz- und Pflegeteam. Das ist uns unglaublich wichtig geworden. Wir betreuen die Dächer so lange, bis sie grün sind – und darüber hinaus. Das gehört für uns genauso zur Dachbegrünung wie der eigentliche Bau.

Wir merken den Klimawandel auch auf unseren Dächern.

Nadine beschäftigt sich seit fast 25 Jahren mit Dachbegrünungen. Damals war vieles einfacher.

Man hat mit Vlies, Substrat und Kies gearbeitet, und das hat gut funktioniert. Die Pflanzen sind gekommen, die Dächer haben sich entwickelt. Heute merken wir, dass sich etwas verändert hat.

Heidel für den GaLaBau Blog ©Martin Rottenkolber

Es gibt heute Dachgärten, Biodiversitätsdächer oder Retentionsdächer. Die Möglichkeiten sind viel größer geworden. Gleichzeitig sind aber auch die Anforderungen gestiegen. Auf einem Dach herrschen ganz andere Bedingungen als am Boden. Teilweise stehen den Pflanzen nur acht Zentimeter Substrat zur Verfügung. Damit müssen sie zurechtkommen.

Im Sommer haben wir dort oben Extremtemperaturen. Unten sorgt der gewachsene Boden noch für Kühlung. Auf dem Dach fehlt dieser Puffer. Das bedeutet enormen Stress für die Pflanzen. Deshalb glauben wir, dass Themen wie Bewässerung künftig noch wichtiger werden. Möglichst in einem Kreislauf – Regenwasser speichern und den Pflanzen wieder zur Verfügung stellen. Wir denken, dass genau dort die Entwicklung hingehen wird.

Es ist total spannend zu beobachten, was auf einem Dach passiert.

Das Schönste an unserer Arbeit ist eigentlich, wenn wir Jahre später wieder auf ein Dach zurückkommen. Es ist total spannend zu beobachten, wie sich so ein Dach entwickelt.

Jedes Jahr sieht es anders aus. Mal ist diese Pflanze stärker ausgeprägt, im nächsten Jahr eine andere. Man entdeckt plötzlich Insekten. Oder sieht, dass sie sich zwischen Totholz und Steinen ihre Unterschlüpfe gebaut haben. Das verändert sich ständig. Genau das macht es so spannend. Man sieht einfach, dass dort Leben entsteht.

Viele unterschätzen, was auf einem Dach alles dazugehört.

Wenn wir mit anderen GaLaBau-Betrieben sprechen, merken wir oft, dass Dachbegrünung zunächst einfacher aussieht, als sie tatsächlich ist. Viele unterschätzen, dass wir eben nicht ebenerdig arbeiten. Jedes einzelne Teil muss auf das Dach gebracht werden.

Deshalb muss schon in der Bauvorbereitung genau feststehen, wie viel Material benötigt wird, wann der Kran kommt und wo das Material überhaupt zwischengelagert werden kann.

Ein Dach kann schließlich nur bestimmte Lasten aufnehmen. Man kann dort nicht einfach mehrere Paletten Pflastersteine abstellen und später weiterschauen. Die Bauvorbereitung nimmt deshalb unglaublich viel Zeit in Anspruch. Für uns ist sie das A und O.

Dazu kommt, dass die Dachabdichtung geschützt werden muss. Und natürlich spielt die Absturzsicherung eine ganz zentrale Rolle. Auf Dächern gelten andere Voraussetzungen als auf vielen anderen Baustellen. Deshalb legen wir großen Wert auf Arbeitssicherheit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen jedes Jahr an PSA-Schulungen teil (PSA = Persönliche Schutzausrüstung). Uns ist wichtig, dass sie nicht nur wissen, wie sie sich selbst sichern, sondern auch, wie sie einer Kollegin oder einem Kollegen im Ernstfall helfen können.

Wir wollen nicht Masse machen.

Die Nachfrage nach Dachbegrünungen wächst. Das merken wir seit Jahren. Und es gibt immer mehr Unternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisieren.

Wir glauben auch, dass der Markt weiter wachsen wird. Trotzdem möchten wir nicht einfach immer größer werden. Wir wollen nicht Masse machen. Wir wollen Qualität.

Deshalb interessieren uns heute besonders die Projekte, die neue Herausforderungen mit sich bringen: intensive Dachgärten, Biodiversitätsdächer, Solargründächer oder Fassadenbegrünungen. Gerade dort entwickelt sich im Moment unglaublich viel.

Künftig werden Fassadenbegrünungen eine noch größere Rolle spielen. Die Gebäude müssen insgesamt grüner werden. Nicht nur die Dächer, auch die Fassaden.

An dieser Stelle gleich mal der Hinweis, wer Lust auf diese neuen Herausforderungen in der Dachbegrünung hat, kann sich jederzeit gern bei uns melden, wir freuen uns auf euch.

Es muss wieder grüner werden.

Wenn wir heute erklären sollen, warum sich ein Gründach lohnt, sprechen wir gar nicht zuerst über Technik. Wir sprechen über Lebensräume: für Insekten, für Pflanzen, für kleine Tiere. Wir sprechen über Aufenthaltsqualität und über Menschen, die ihre Pause im Grünen verbringen. Über Städte, die sich im Sommer weniger aufheizen und über Regenwasser, das nicht sofort in die Kanalisation fließt. Für uns hängt das alles zusammen.

Deshalb glauben wir auch, dass Dachbegrünungen Antworten auf viele Fragen geben können, die uns heute beschäftigen. Natürlich wird ein Gründach allein den Klimawandel nicht aufhalten. Aber jedes begrünte Dach ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und jedes Dach, das heute grün wird, macht unsere Städte morgen ein Stück lebenswerter. Wir können uns langfristig keine deutsche Großstadt ohne Dachbegrünung vorstellen.

https://www.heidel-galabau.de/

Alle Fotos: Martin Rottenkolber
Autorin: Kim Lüftner

Carsten Peters2026-08-06T09:51:38+02:00
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