Laden...

Mit einem hervorragenden Betriebsklima, einem offenen Ohr für die Mitarbeiter und gemeinsamen Aktivitäten hält Falko Werner von Falko Werner Garten- und Landschaftsbau im ländlichen Niedersachsen sein Team zusammen. Er ist der festen Überzeugung, dass gegenseitige Wertschätzung und der Erfolg des Betriebs eng miteinander zusammenhängen.

Das Örtchen Eime in Niedersachsen dürfte den meisten unbekannt sein. Kein Wunder, denn es zählt nur 2800 Einwohner, und größere Städte liegen ein ganzes Stück entfernt: Hannover Richtung Norden etwa 40 km, Hildesheim Richtung Osten etwa 25 km. Auf diesem Fleckchen Erde liegt Falko Werner Garten- und Landschaftsbau, ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern, der fast ausschließlich hochwertige Privatgärten baut. Trotz der relativen Abgeschiedenheit versteht es Falko Werner, immer wieder neue Auszubildende und Mitarbeiter zu gewinnen – und auch zu halten.

Das hat viel mit seiner Persönlichkeit zu tun. Falko Werner legt großen Wert auf gegenseitigen Respekt und einen guten menschlichen Umgang miteinander. Er bezieht seine Mitarbeiter in kreative Prozesse mit ein – etwa in die Formulierung der Unternehmensvision –, fördert gemeinsame Aktivitäten und ermutigt alle im Team, ihre Sorgen und Wünsche offen anzusprechen. „Auf dem platten Land gibt es kein Riesenpotenzial an Mitarbeitern. Da müssen Sie gucken, dass alle Spaß haben“, erklärt er. „Wenn einer hierherkommt, muss er einen guten Grund haben, dass er kommt. Und das geht schon beim Betriebsklima los.“

„Auf dem platten Land gibt es kein Riesenpotenzial an Mitarbeitern. Wenn einer hierherkommt, muss er einen guten Grund haben, dass er kommt. Und das geht schon beim Betriebsklima los.“

Falko Werner

Falko Werner stellt den Teamgedanken in den Mittelpunkt.

Weiterempfehlung und Webauftritt werben für die Ausbildung

So kommen zum Beispiel zwei Azubis täglich mit dem Auto aus Hildesheim, weil sie genau hier ihre Ausbildung machen möchten. Zufriedene Auszubildende motivieren Bekannte dazu, sich ebenfalls zu bewerben. Andere Auszubildende kommen aus der Umgebung. Auch die Website lockt Interessenten an. Erst kürzlich hat sich ein Abiturient aus Hildesheim beworben, weil er hier gelesen hatte, dass der Betrieb den Teamgedanken in den Mittelpunkt stellt.

Falko Werner sagt selbst, das Betriebsklima sei „außergewöhnlich gut“. Die Mitarbeiter passen alle zusammen und verstehen sich blendend. Das merkt man schon daran, dass sie jeden Abend nach Feierabend noch 45 Minuten auf dem Gelände bleiben und sich unterhalten. Wer morgens zuerst kommt, kocht für alle Kaffee, je nach Gelegenheit grillen alle zusammen.

Events schweißen zusammen

Das ganze Team wird regelmäßig zu Workshops eingeladen, in denen gemeinsam Ideen für den Betrieb entwickelt werden. Ein ganz besonderes Team-Event gab es zum 20-jährigen Jubiläum des Unternehmens: Die gesamte Belegschaft verbrachte mehrere Tage auf einer Skihütte im Allgäu, wanderte gemeinsam und löste Teamaufgaben, begleitet von einem professionellen Teamtrainer. Es war ein einmaliges Erlebnis für alle. „Dazu gab es einen Riesen-Blick auf die Alpen – die haben die Augen gar nicht mehr zugekriegt“, erzählt der Inhaber. „So etwas schweißt unheimlich zusammen.“

Manche Kollegen sagen zu Falko Werner, für den Preis eines solchen Events hätte er auch einen Bagger anzahlen können. Seine Antwort darauf: „Dann kann man einen Graben baggern. Aber mit dem Event kann ich mein Team näher zusammenbringen, und nur dann ist auch das Ergebnis gut.“ Ein Satz, der die besondere Mentalität des Betriebs perfekt auf den Punkt bringt.

Falko Werner mit zwei Mitarbeitern

Ab und zu arbeitet der Betrieb auch Aufträge des Amts für Bau- und Kunstpflege ab, bei denen es um Friedhöfe oder Kirchen in der Umgebung geht. An Ausschreibungen nimmt er aber ansonsten so gut wie nie teil.

Die Mitarbeiter passen zusammen und verstehen sich blendend.

Vieles ist möglich

Ganz selten kommt es vor, dass jemand trotzdem kündigt. Im vergangenen Jahr tat dies ein Mitarbeiter nach 18 Jahren Betriebszugehörigkeit, weil eine andere Firma ihm „die tollsten Sachen versprochen hatte“, so Werner. Unter anderem reizte den Mitarbeiter, dass dort der Freitagnachmittag frei war. Falko Werner zog sofort Konsequenzen und überlegte gemeinsam mit seinem Unternehmensberater, wie er es auch hinkriegen könnte, den Mitarbeitern am Freitag ab mittags frei zu geben. Im nächsten Schritt fragte er im Rahmen eines Workshops die Belegschaft, ob man gemeinsam an einem Konzept für einen freien Freitagnachmittag arbeiten wolle. Es gab Zustimmung, und so wurden die neuen Arbeitszeiten festgelegt.

Erfreulicherweise kehrte auch der Mitarbeiter, der gekündigt hatte, nach nur sechs Wochen im anderen Betrieb zurück. Aufgrund dieser Erfahrung schärfte Falko Werner seinen Mitarbeitern noch einmal ein, dass sie ihn mit Wünschen einfach direkt ansprechen sollten. Natürlich gibt es Grenzen, aber er versucht, vieles möglich zu machen.

 „Viele haben noch nicht begriffen, wie wichtig das Zwischenmenschliche ist. Wer schlecht mit seinen Mitarbeitern umgeht, kann sie auch mit mehr Geld nicht halten.“

Falkt Werner ist entspannt

Falko Werner macht für seine Mitarbeiter vieles möglich.

Botschafter für einen respektvollem Umgang

Ihm ist bewusst, dass ein gelungenes Miteinander keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine bewusste Entscheidung: „Noch ist es so, dass viele nicht begriffen haben, wie wichtig das Zwischenmenschliche ist. Wer schlecht mit seinen Mitarbeitern umgeht, kann sie auch mit mehr Geld nicht halten.“

Diese Botschaft gibt er auch neuen Führungskräften bei der Verleihung ihres Meisterbriefs mit auf den Weg. Als Vorsitzender der Regionalgruppe Hannover im Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen e. V. überreicht er den neuen Meistern regelmäßig ihre Urkunde und darf auch die Besten prämieren. Bei seiner anschließenden Rede steht das Thema ‚gutes Betriebsklima‘ immer im Mittelpunkt.

Er selbst hat schon während seiner Gesellenjahre gute Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht, und das hat ihn geprägt. Helmut Haas, sein Chef in Wangen im Allgäu, war eine große Inspiration: „Von ihm habe ich mir unheimlich viel abgeguckt – wie geht er mit Menschen um, wie schafft er es, eine gute Atmosphäre zu schaffen.“

Baustelle mit Falko Werner im Hintergrund

Eine positive Arbeitsatmosphäre führt nicht zuletzt auch zu guten Leistungen.

Ansprüche der Kunden sind gestiegen

Eine positive Arbeitsatmosphäre führt nicht zuletzt auch zu guten Leistungen. Und die findet Falko Werner heute wichtiger denn je, denn die Kunden seien im Lauf der letzten 20 Jahre immer anspruchsvoller geworden. „Im hochpreisigen Segment ist heute größte Präzision gefragt. Die Mitarbeiter müssen das so perfekt hinkriegen, wie es gewünscht wird. Und dafür muss das Umfeld stimmen.“

Das Unternehmen legt dabei großen Wert auf hochwertige, natürliche Materialien wie Naturstein und Keramik und berät in Richtung Pflanzen. „Den grausamen Trend zu Schottergärten haben wir nie mitgemacht“, so Werner. „Er ebbt zum Glück auch schon ab.“ Seiner Beobachtung nach wissen die Menschen Gärten mittlerweile anders zu schätzen als früher. Gab es, zumindest auf dem Land, früher vor allem Nutzgärten, dient der Garten heute der Erholung. Dazu gehört auch, dass regelmäßige Aufgaben automatisiert erfolgen, zum Beispiel durch Beregnungsanlagen.

Die Gärten, die Falko Werner Garten- und Landschaftsbau gestaltet, sind aufgrund des Umfelds des Betriebs eher klein. Im Allgäu, wo Falko Werner seine Gesellenjahre verbrachte, war das anders, dort wurden oft deutlich größere Projekte realisiert. Die Aufgaben sind aber dieselben, und nachdem Werner schon im Allgäu hauptsächlich in Privatgärten gearbeitet hatte, behielt er diesen Fokus bei. Das passt auch, denn der Umgang mit den Kunden macht ihm großen Spaß, und er investiert gerne die nötige Zeit für intensive Kundenberatung und -betreuung.

„Wenn man im eigenen Saft schmort, kommt man nicht weiter.“

Garten

Netzwerken im Verband

Falko Werner liegt auch der Austausch mit anderen Garten- und Landschaftsbauern. „Wenn man im eigenen Saft schmort, kommt man nicht weiter“, unterstreicht er. Das Engagement im Verband macht ihm Freude, weil er sich gern mit Kollegen austauscht. Und in der Regionalgruppe ist er unter anderem aktiv, weil er es genießt, mit jungen Leuten zusammenarbeiten. Zudem ist er als Prüfer im Einsatz – aus tiefster Überzeugung, „Wenn man ausbilden möchte, sollte man auch selbst als Prüfer zu Verfügung stehen“, findet er. „Man kann sich nicht nur zurücklehnen und profitieren, sondern muss auch selbst etwas geben.“

Das Geben und Nehmen funktioniert hervorragend. Falko Werner sagt, 70% von dem, was er tue, sei durch Netzwerken entstanden. Hilfreich findet er auch die ERFA-Gruppe des Verbands: „Man wird davon nicht blöder!“, sagt er norddeutsch-trocken. Außerdem findet er den Verband als Tarifpartner wichtig, der die Rahmenbedingungen mit den Gewerkschaften aushandelt. Er versteht das Signum als nach außen sichtbares Qualitätssiegel. Darüber hinaus schätzt er die finanziellen Vorteile für die Mitgliedsbetriebe, etwa durch die Einkaufsgemeinschaft der Bamaka: „Da bekomme ich fast alles günstiger, vom Auto über die Leiter bis hin zu Verbrauchsmaterialien. Damit haben wir den Mitgliedsbeitrag immer locker raus.“

Kaninchenzucht als Ausgleich

Falko Werners Ausgleich zum Beruf: die Kaninchenzucht

Alle Lebensbereiche, inklusive Kaninchenzucht, sind auf demselben Hof versammelt.

Freizeit-Begleiter: Werners preisgekrönte Kaninchen

Falko Werners Ausgleich zu so viel Betriebsamkeit ist ein eher ruhiges Hobby: Er züchtet Kaninchen. Schon als Kind verdiente er sich ein Taschengeld, indem er sie auf dem elterlichen Hof „kreuz und quer“ züchtete und die Tiere zu Ostern und Weihnachten als Braten verkaufte.

Später griff er die Kaninchenzucht wieder auf, allerdings mit einem ganz anderen Anspruch. Er nimmt an Ausstellungen, regionalen, nationalen und internationalen Meisterschaften teil und ist dabei sehr erfolgreich. Die Zuchttiere, die er verkauft, sind so beliebt, dass andere Züchter sie sich europaweit reservieren lassen. Werners Schützlinge wurden zum wiederholten Mal Bundessieger und Niedersachsen-Meister, ganz aktuell sogar Deutscher Meister. Auch ein Europachampion ist darunter. Darüber hinaus schließt Falko Werner bald seine dreijährige Ausbildung als Preisrichter ab und schreibt Rassekritiken und Artikel für eine Kaninchenzüchterzeitung. Die Ausstellungen finden praktischerweise in den Wintermonaten statt, wenn im Betrieb weniger zu tun ist. Es gibt also viele Gründe, weshalb sich dieses Hobby perfekt mit dem Beruf des Landschaftsgärtners verbinden lässt.

Werners Kaninchen wurden zum wiederholten Mal Bundessieger, Niedersachsen-Meister und sogar Deutscher Meister.

Preisgekröntes Kaninchen

Alles auf demselben Hof

Werners Kaninchenzucht ist auch räumlich perfekt integriert. Sie befindet sich auf demselben Gelände wie sein Wohnhaus und der Betriebshof. Er sieht es als großen Vorteil an, alle Lebensbereiche auf dem Hof zu haben: „Ich muss nicht der Uhr hinterherlaufen und kann mehr bei meiner Familie sein.“ Er sagt, er habe keine Lust auf Golfen – darauf, nach Feierabend schon wieder übers Geschäft zu reden, wie es dort oft üblich ist. Er suchte als Ausgleich etwas ganz Normales, etwas Bodenständiges, und so fiel ihm seine alte Begeisterung für Kaninchen wieder ein.

Somit trägt sein außergewöhnliches Hobby dazu bei, dass sich Falko Werner nach Feierband entspannt – und Kräfte sammelt für seine Arbeit, die er als äußerst befriedigend beschreibt. „Ich würde nichts anderes machen wollen“, sagt er aus ganzem Herzen. Wenn das nicht ein schönes Schlusswort ist!

Veröffentlicht am 15.05.2020
2020-10-14T11:42:53+02:00
Nach oben