Harmonisches Miteinander der Generationen

Diethard Possehn, Inhaber von Maschmann Garten- und Landschaftsbau nahe Pinneberg, ist Unternehmer und Landschaftsgärtner aus Leidenschaft – wie auch seine zwei Söhne. Heute leiten die drei den Betrieb gemeinsam, bis er komplett an die Jüngeren übergeht. Mit viel Familiensinn und Offenheit für neue Ideen gelingt die Zusammenarbeit der Generationen hervorragend.

Maschmann Garten- und Landschaftsbau im schleswig-holsteinischen Moorrege hat im Großraum Hamburg einen hervorragenden Ruf als Generalunternehmer für Außenanlagen. Die GmbH bietet Leistungen im Tief-, Erd-, Straßen- und Holzbau an, auch Lampen und Elektroinstallation sind häufig enthalten. Was der Betrieb nicht selbst umsetzen kann, vergibt er an andere zuverlässige Unternehmen; die Kundschaft erhält das Komplettpaket aus einer Hand.

Die AuftraggeberInnen wissen, dass das Unternehmen auch große, prestigeträchtige Projekte wie aktuell die Seehundstation Friedrichskoog an der Nordsee engagiert und zuverlässig umsetzt. Wie gelingt das? Mit viel Erfahrung, Zusammenhalt und Mut sowie – ganz hanseatisch – einem ausgeprägten Sinn für das Kaufmännische.

Inhaber Diethard Possehn legt von jeher Wert auf solides Wirtschaften. Er vermeidet „große Sprünge“ in der Bilanz und belässt das Kapital in der Firma, um Krisen gut überstehen zu können. Die finanziellen Risiken, die gerade bei Großprojekten mit ihren hohen Versicherungssummen erheblich sein können, minimiert er, soweit das geht. Unter anderem, indem er das Risiko auf drei Gesellschaften verteilt: die Immobilien GbR, die ihm und seiner Frau gehört, eine GbR für die Geräte und Maschinen, deren Eigner seine Söhne sind, und den landschaftsgärtnerischen Betrieb selbst. So schafft der Inhaber größtmögliche Sicherheit für das Unternehmen, die MitarbeiterInnen und für seine Familie.

Julius, Diethard und Philip Possehn

In der Geschäftsführung: „Possehn & Söhne“. Julius, Diethard und Philip Possehn von Maschmann Garten- und Landschaftsbau nahe Pinneberg, sind Unternehmer und Landschaftsgärtner aus Leidenschaft.

„Es ist ja nicht selbstverständlich, dass die Kinder das eigene Lebenswerk weiterführen möchten. Für mich ist das ein echter Glücksfall.“

Die Söhne führen das Lebenswerk fort

Sinnvolle Sicherheitsvorkehrungen, die eine stabile wirtschaftliche Basis schaffen, sind das eine. Zugleich ist Possehn immer offen für Veränderungen – sei es die Erschließung neuer Geschäftsbereiche oder die Anschaffung innovativer Technik wie zuletzt einer Drohne für die Baustellendokumentation.

Heutzutage überlässt er die Einführung von Neuerungen weitgehend seinen beiden Söhnen Philip und Julius Possehn, die vor drei Jahren mit in die Geschäftsführung eingestiegen sind. Jeder von ihnen hält zurzeit 24,5 Prozent der Unternehmensanteile, in einigen Jahren werden sie die alleinigen Inhaber und Geschäftsführer sein. Der Vater freut sich über diese Lösung: „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass die Kinder das eigene Lebenswerk weiterführen möchten. Für mich ist das ein echter Glücksfall. Meine Söhne verfügen über fachliche, soziale und kaufmännische Kompetenz, identifizieren sich mit der Firma und übernehmen Verantwortung – auch für unsere knapp 80 Mitarbeiter. Das ist mir ganz wichtig.“

Als er die beiden fragte, ob sie den Betrieb einmal übernehmen wollten (was sie gleich bejahten), waren sie noch in der Ausbildung. Dort erlangten sie unterschiedliche Qualifikationen, die sie gut auf ihre leitenden Positionen im Unternehmen vorbereiteten: Philip absolvierte eine GaLaBau-Lehre bei Johann Redeker in Schenefeld, war stellvertretender Vorarbeiter bei Osbahr in Uetersen und studierte dann Garten- und Landschaftsbau in Osnabrück. Julius ist studierter Wirtschaftsingenieur im Bauwesen und arbeitete nach seinem Studium in Braunschweig zunächst zwei Jahre bei einem Wohnungsbauunternehmen.

„Veränderung gibt es immer, und sie wird oft von den Jüngeren angestoßen. Es ist deshalb völlig in Ordnung für mich, wenn meine Söhne etwas anders machen möchten.”

Familie im Betrieb

Miteinander von drei Generationen: Maschmann Garten- und Landschaftsbau ist in jeder Beziehung in lebendiger Familienbetrieb.

Spielerisch Verantwortung gelernt

Noch prägender war aber, dass Philip und Julius schon zu Schulzeiten im väterlichen Betrieb mithalfen, also mit dieser Arbeit aufwuchsen. „Die beiden sind sozusagen im Spiel zum Beruf gekommen, und das merkt man auch“, sagt Diethard Possehn. Spielerisch erlernten sie grundlegende Werte wie Eigenverantwortung, Ehrlichkeit und Fleiß. Sie erfuhren früh, wie schwer es ist, sich etwas zu erarbeiten, aber auch, wie viel man mit dem richtigen Engagement erreichen kann. Diese Einstellung prägt heute ihre Haltung als Geschäftsführer und verschafft ihnen nicht nur beim Vater, sondern auch bei der Belegschaft Respekt.

Die Generationen ergänzen einander

Diethard Possehn weiß, dass man wichtige Werte nur vermittelt, indem man sie vorlebt. Auch er selbst hatte in jungen Jahren Vorbilder und Unterstützer. Einer von ihnen war Lothar von Wurmb, damals Inhaber von Osbahr Garten- und Landschaftsbau. Possehn war dort Mitgesellschafter, bevor er sich 1995 seinen Traum von der Selbstständigkeit erfüllte und die Maschmann GmbH übernahm.

Zu Lothar von Wurmb hatte er damals ein ähnliches Verhältnis wie seine beiden Söhne heute zu ihm, sagt er: Der Senior ließ ihn an seinem Wissen teilhaben, zugleich schenkte er ihm das nötige Vertrauen, um eigene Ideen einzubringen. So regte Possehn zum Beispiel die Erschließung eines neuen Betätigungsfelds an: der Renaturierung. Dafür waren Investitionen in neue Maschinen nötig. Von Wurmb war zuerst skeptisch, dann rechneten die beiden das Vorhaben gemeinsam durch, starteten einen Versuchsballon – und es klappte.

Investitionen in innovative Technik für große Baustellen: wie eine Drohne für die Baustellendokumentation. Aktuell setzen Philip und Julius Possehn ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt um. Ziel: den Datenfluss vereinfachen und Daten direkt von der Baustelle übertragen.

Die Jungen treiben Neues voran

„Veränderung gibt es immer, und sie wird oft von den Jüngeren angestoßen“, so Possehn. „Es ist deshalb völlig in Ordnung für mich, wenn meine Söhne etwas anders machen möchten. Ich bin dafür offen, genauso wie es meine Vorgesetzten früher auch waren.“ Aktuell setzen Philip und Julius Possehn ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt im Unternehmen um. Das Ziel: den Datenfluss zu vereinfachen und Daten direkt von der Baustelle zu übertragen. Ihr Vater findet diesen Prozess notwendig und durchaus interessant, möchte ihn aber nicht mehr selbst umsetzen. Er weiß, dass es ein langer Weg ist, bis alles sowohl technisch eingerichtet als auch von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angenommen wurde. Dass die Söhne das gut meistern werden, ist für ihn keine Frage.

Diethard Possehn lässt nicht nur Bäume wachsen; er züchtet auch schottische Hochlandrinder. Sie stehen auf einer Weide bei St. Peter-Ording, 130 km vom Betrieb entfernt. 

Hobby: Highland-Rinder. Am berühmten Leuchtturm Westerhever grast die Herde von Diethard Possehn mit über 20 stattlichen Tieren.

Gut aufgestellt mit fünf Bauleitern

So arbeiten die beiden Generationen harmonisch Hand in Hand. Der Senior hält sich seit einem Jahr weitgehend aus dem operativen Geschäft heraus. Mit insgesamt fünf Bauleitern – neben den Juniorchefs sind das zwei weitere jüngere sowie ein Senior-Bauleiter – ist das Unternehmen auf den Baustellen sehr gut aufgestellt. Dass die Projektverantwortung nun auf viele Schultern verteilt ist, empfindet Diethard Possehn als große Verbesserung. Er hat auch Zeiten erlebt, in denen er rund um die Uhr arbeiten musste, zum Beispiel weil ein wichtiges Teammitglied krank wurde. Eine solche Situation lässt sich nun viel leichter auffangen.

Julius Possehn

GaLaBau-Generation 4.0: Julius Possehn setzt gerade gemeinsam mit seinem Bruder ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt im Unternehmen um.

Mit den Juniorchefs, zwei weiteren jüngeren sowie einem Senior-Bauleiter ist das Unternehmen sehr gut aufgestellt.

Viel Rückhalt durch die Ehefrau

Sehr wichtig ist es Diethard Possehn zu betonen, welche große Rolle seine Frau Birgitt sowohl in der Familie als auch für den Erfolg des Unternehmens gespielt hat: „Sie hat mir immer den Rücken freigehalten und die unternehmerischen Entscheidungen unterstützt. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Zu Beginn der Beziehung hatte Birgitt Possehn gemeinsam mit einer Freundin ein Reisebüro eröffnet, aus dem sie aber nach der Geburt des zweiten Sohnes ausschied. Von da an kümmerte sie sich um die Kinder und übernahm zugleich umfangreiche Aufgaben im Betrieb. Heute leistet sie unter anderem die Büroarbeit für die Baumschule und die neu gegründete Immobilien GbR. Außerdem pflegt sie den Kontakt zu den MitarbeiterInnen und ist an der Ausrichtung der Betriebsfeiern beteiligt.

Eine „kleine Baumschule“ betreibt Diethard Possehn ebenfalls unter dem Dach der Maschmann GmbH – das ist allerdings eher ein „Hobby“. Denn ursprünglich ist er Baumschuler.

Ausgeprägter Teamgeist

Birgitt und Diethard Possehn liegt viel daran, dass sich alle im Betrieb wohlfühlen. „Wir sind eine große Familie. Man ist füreinander da, hilft sich, arbeitet als Team“, erklärt der Inhaber. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, bietet der Betrieb viele gemeinsame Unternehmungen an, darunter eine Jahresauftaktfeier, zu der auch alle (Ehe-)PartnerInnen und Kinder der KollegInnen eingeladen sind.

Die Menschen und ihre Leistungen werden wertgeschätzt bei Maschmann Garten- und Landschaftsbau – das zeigt sich auch im Alltag an vielen kleinen Gesten. Zum Beispiel macht der Unternehmer seine MitarbeiterInnen immer wieder darauf aufmerksam, wie schön sich die Anlagen, die sie gestaltet haben, mit der Zeit entwickeln. Er kopiert ihnen Zeitungsartikel dazu oder gibt ein Lob des Bürgermeisters an sie weiter. Gemeinsam ist man stolz auf das Erreichte, und das verbindet.

„In Sachen Artenvielfalt muss es ein Umdenken geben. Immer mehr Menschen erkennen mittlerweile, dass es ohne Insekten nicht geht. Da sollten wir im Garten- und Landschaftsbau eine Vorreiterrolle spielen.“

Diethard Possehn

Immer das große Bild im Blick: Senior-Unternehmer Diethard Possehn.

Austausch und Wissensvermittlung

Diethard Possehn lässt auch andere gerne an seiner Expertise teilhaben und engagiert sich aus Überzeugung für den Berufsstand. „Wissen gibt man weiter. Ich habe selbst auch Unterstützung erhalten“, betont er. Unter anderem war er 30 Jahre lang im Vorstand des Regionalverbands Hamburg sowie viele Jahre als Mitglied des BGL-Ausschusses Betriebswirtschaft aktiv.

In Hamburg stieß er beispielsweise Abendkurse an, in denen junge LandschaftsgärtnerInnen berufsbegleitend ihren Meister machen können. Diese praxisnahe Ausbildung wird viel nachgefragt, und die AbsolventInnen sprechen Possehn oft noch Jahre später darauf an. Bis heute wirkt er in den Abendkursen auch selbst als Dozent mit.

Vorreiter für Artenvielfalt

Für die Zukunft der Branche ist ihm ein Thema besonders wichtig: „In Sachen Artenvielfalt muss es ein Umdenken geben. Immer mehr Menschen erkennen mittlerweile, dass es ohne Insekten nicht geht. Da sollten wir im Garten- und Landschaftsbau eine Vorreiterrolle spielen, indem wir immer wieder die Lust auf eine abwechslungsreiche Bepflanzung wecken. Schon in der Ausbildung sollte Pflanzenwissen deshalb ein Schwerpunkt sein.“

Um seinen KundInnen Pflanzen näherzubringen, fährt der Inhaber schon mal mit ihnen in eine Baumschule. Dort kann er am besten demonstrieren, „was ein richtiger Baum ist“. Und er weiß genau, wovon er spricht: Er ist selbst ursprünglich Baumschuler und betreibt noch eine kleine Baumschule unter dem Dach der Maschmann GmbH – das ist allerdings eher ein Hobby, sagt er.

Mehr als ein Hobby: Diethard Possehn züchtet gemeinsam mit einem Freund schottische Hochlandrinder. Die kleine Herde weidet in der Nähe des berühmten Leuchtturms Westerhever bei St. Peter-Ording.

Hochlandrinder unter dem Leuchtturm

Apropos Hobby: Diethard Possehn lässt nicht nur Bäume wachsen, sondern züchtet gemeinsam mit einem Freund auch schottische Hochlandrinder. Sie stehen auf einer Weide in der Nähe des berühmten Leuchtturms Westerhever bei St. Peter-Ording – zur großen Freude der zahlreichen Leuchtturmbesucher. Der Unternehmer kann die Herde nur am Wochenende besuchen, da sie 130 km von seinem Wohnort entfernt liegt. Während der Woche kümmert sich ein befreundeter Landwirt aus der Region um die 22 Tiere. Vielleicht wird Possehn in ein paar Jahren, wenn er in den Ruhestand geht, mehr Zeit dort verbringen.

Eins ist jedenfalls schon sicher: Mit großer Begeisterung wird er sich seinen drei kleinen Enkelkindern widmen, die allesamt 2019 geboren wurden. „Dann habe ich andere Aufgaben“, sagt er voller Vorfreude. „Dann bin ich Opa.“

galabau-maschmann.de

2021-07-28T16:51:11+02:00
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