Wer den Schaugarten in Reifferscheid betritt, spürt sofort: Hier geht es nicht um Standardlösungen. Hier geht es um Haltung. Um Handwerk. Und um die Überzeugung, dass ein Garten mehr sein kann als nur gestaltete Fläche. Seit 1990 steht der Betrieb Walter Schmitz – Gärten für Auge & Seele für Naturstein-Kompetenz, gestalterische Tiefe und eine Unternehmenskultur, die Wissen weitergibt, statt es für sich zu behalten.
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Mehr InformationenVon der Vision zur eigenen Firma
„1990 war für mich der Schritt in die Selbstständigkeit, um meine eigene Vorstellung von Gartengestaltung umzusetzen“, erinnert sich Walter Schmitz im Interview. Nach Ausbildung und Gesellenzeit war klar: Er wollte Gärten schaffen, die Charakter haben – mit einem klaren Fokus auf Naturstein. Von Beginn an setzte der Betrieb auf handwerkliche Präzision und authentische Materialien. Natursteine wie Grauwacke, Muschelkalk oder Basalt prägen bis heute die Projekte. „Der Stein ist unser Kerngeschäft – neben den Pflanzen natürlich“, betont Walter Schmitz.
Was als Ein-Mann-Betrieb begann, entwickelte sich zu einem etablierten Fachbetrieb mit heute 24 Mitarbeiter*innen. Bemerkenswert: 18 davon wurden im eigenen Haus ausgebildet. Diese Kontinuität prägt die Handschrift des Unternehmens.
„Gärten für Auge & Seele“ – mehr als ein Motto
Der Leitgedanke des Betriebs ist so einfach wie anspruchsvoll: Ein Garten muss berühren. „Ein Garten verkauft sich über Emotionen“, sagt Walter Schmitz. Das „Auge“ steht für Ästhetik, Proportion und handwerkliche Qualität. Die „Seele“ für das Gefühl, angekommen zu sein – für Ruhe, Geborgenheit und das Leuchten in den Augen der Besucher*innen.
Ein besonderer Ausdruck dieser Philosophie sind die Schaugärten auf der Bundesgartenschau (BUGA) 2011 in Koblenz und der Landesgartenschau (LAGA) 2014 in Zülpich. Noch heute entstehen aus diesen Vorzeigeobjekten neue Projekte. Das Herzstück bleibt jedoch der eigene, rund 5.000 Quadratmeter große Schaugarten in Reifferscheid. Seit Jahrzehnten entwickelt, umgebaut und weitergedacht, dient er als lebendiges Referenzobjekt – und als Ort, an dem Kundinnen und Kunden die Wirkung von Naturstein unmittelbar erleben.
Neben der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz war Walter Schmitz auch auf der Landesgartenschau 2014 in Zülpich mit einem Schaugarten vertreten.
Naturstein als DNA des Betriebs
Naturstein ist für Walter Schmitz und seinen Sohn Jonas Schmitz mehr als Material – er ist Haltung. Im Betrieb wird großer Wert darauf gelegt, Stein nicht nur zu verbauen, sondern ihn präzise handwerklich zu bearbeiten. „Grundsätzlich geht es darum, dass man Naturstein lesen kann“, erklärt Jonas Schmitz. „Man muss erkennen, wie er bricht, wo seine Lagerflächen sind und wie man ihn mit Hammer und Meißel richtig bearbeitet.“ Auch Walter Schmitz betont: „Wenn man zwei Mauern nebeneinanderstellt – eine unbearbeitet verbaut, eine handwerklich ausgearbeitet –, sieht man sofort den Unterschied.“ Dieses Verständnis gehört selbstverständlich zur Ausbildung dazu. Im Winter wird im eigenen „Sandkasten“ die Steinbearbeitung geübt, bis jeder Handgriff sitzt. „Das ist Handwerk von Grund auf. Das ersetzt keine Maschine“, so Jonas Schmitz. Und diese Detailverliebtheit hat sich herumgesprochen. Viele Kundinnen und Kunden kommen gezielt wegen der Naturstein-Kompetenz auf den Betrieb zu.
Ausbildung als Herzensprojekt
Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 2003: Der Betrieb wurde bewusst neu strukturiert, der Fokus stärker auf Qualität und Ausbildung gelegt. 2014 wurde das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb des Jahres in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Walter Schmitz sieht in der Weitergabe von Wissen eine zentrale Aufgabe: „Die Erfahrung der älteren Generation darf nicht verloren gehen. Die alten Hasen müssen ihr Wissen weitergeben.“ Azubis übernehmen früh Verantwortung, arbeiten eigenständig an Projekten und werden aktiv in gestalterische Entscheidungen eingebunden. Jonas Schmitz sieht darin einen wesentlichen Punkt für die Zukunft des Berufs: „Handwerkliche Fähigkeiten werden in den nächsten Jahrzehnten immer wichtiger. Maschinen können viel – aber das Gefühl für Material nicht ersetzen“, so seine Einschätzung.
Handwerk im Dialog: Vater und Sohn
Auch Sohn Jonas Schmitz hat seine Ausbildung im väterlichen Betrieb absolviert. Nach Gesellenzeit und Studium im Landschaftsbau ist er heute zwar nicht mehr fest im operativen Tagesgeschäft, aber zentraler Bestandteil der Naturstein-Workshops. „Wir haben gemerkt, dass viele das Handwerk des Natursteinbearbeitens intensiver lernen wollen“, beschreibt er die Motivation hinter den Seminaren. Der Bedarf sei groß, besonders, wenn es um das sichere Arbeiten mit unterschiedlichen Gesteinsarten geht. Vater und Sohn geben die Workshops gemeinsam. Die Kombination aus jahrzehntelanger Erfahrung und fundierter Ausbildung macht die Seminare besonders praxisnah.
Von der Baustelle zur Akademie
Was als Idee begann, entwickelt sich zunehmend zu einem zweiten Standbein: Die Naturstein-Workshops finden sowohl am Firmensitz als auch direkt bei interessierten Betrieben statt. Inhaltlich geht es um die Grundlagen der Steinbearbeitung und den sicheren Umgang mit verschiedenen Materialien. Langfristig soll daraus eine eigenständige Akademie entstehen – ein Kompetenzzentrum für Naturstein und handwerkliche Qualität. „Der Plan ist, das Wissen breiter in die Branche zu tragen – nicht nur Bearbeitung, sondern auch Trockenmauerbau, Pflaster, Gestaltung“, beschreibt Jonas Schmitz die Vision. Gleichzeitig denkt das Vater-Sohn-Gespann das Modell weiter: Perspektivisch könnten erfahrene Mitarbeiter*innen ihr Wissen ebenfalls in der Weiterbildung einbringen. „Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen“, sagt Walter Schmitz. „Wenn jemand irgendwann körperlich kürzertreten muss, kann er sein Wissen weitergeben.“
Blick nach vorn: Verantwortung übergeben, Werte bewahren
Die Zukunft des Betriebs ist geregelt: Langjährige, selbst ausgebildete Mitarbeiter*innen übernehmen schrittweise Verantwortung. Für Walter Schmitz bedeutet das mehr Zeit für das, was ihm besonders am Herzen liegt: Gestaltung, Mentoring und die Weiterentwicklung der Workshops.
Was er jungen GaLaBau-Profis mitgeben möchte, ist klar und zugleich grundlegend: Begeisterung für das eigene Handwerk ist die Basis. Wer in diesem Beruf bestehen wolle, müsse Naturstein und Pflanzen wirklich verstehen – nicht nur verarbeiten, sondern begreifen. Entscheidend sei es, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich auszubauen, offen für Weiterentwicklung zu bleiben und Verantwortung zu übernehmen. Gestaltung brauche Mut, Haltung und den Willen, Dinge bewusst besser zu machen. „Man braucht Feuer für diesen Beruf“, sagt Walter Schmitz. „Und den Mut, es richtig zu machen.“
Auch Jonas Schmitz sieht in der fachlichen Tiefe den Schlüssel für die Zukunft: „Fortbildungen sind kein Extra, sondern Grundlage. Wer das Material beherrscht und sein Handwerk wirklich versteht, hebt sich automatisch ab.“ Für ihn ist klar: Qualität entsteht dort, wo Leidenschaft, Wissen und Praxis zusammentreffen – und genau das wolle man im Betrieb und in den Workshops weitergeben.
Alle Fotos: Walter Schmitz – Gärten für Augen und Seele
Autorin: Christina Steinsträßer











