Gärten zum Schwimmen

Badespaß oder Fische füttern: Wenn es um künstliche Gewässer im eigenen Garten geht, haben Menschen ganz unterschiedliche Vorstellungen. In der Osteifel gibt es mit Lukas Reutelsterz einen kompetenten Ansprechpartner. Er hat sich mit seinem Betrieb darauf spezialisiert, Wasser als gestalterisches Element im Garten zu integrieren – vom Wasserlauf bis zum Naturpool.

Die schnelle Abkühlung wartet direkt vor der Terrasse: Die Kinder können planschen, die Eltern ein paar Bahnen drehen – am besten noch vor der Arbeit. Und abends lauschen alle dem sanften Plätschern der leichten Wellen, während die Sonne hinter den Bäumen untergeht. So etwa sieht er aus, der Traum vom eigenen Badeparadies.

„Bevor es soweit ist, muss man die richtigen Fragen stellen“, sagt Lukas Reutelsterz, Experte für Gartengestaltung rund um Pools und Teiche. Er fängt gern mit einer Analyse an, um herauszufinden, ob Vorstellungen und Wirklichkeit überhaupt übereinstimmen.

„Einige Kundinnen und Kunden haben klare Ideen, andere nur den Wunsch nach einer größeren Wasserfläche im Garten. Dazwischen ist viel Spielraum.“

Lukas Reutelsterz

Die Wasserreinigung in einem Schwimmteich funktioniert wie in einem natürlichen See. Technische Hilfsmittel gibt es hier nicht.

Natürliche Gewässer und stylische Designerbecken

„Viele Kundinnen und Kunden wünschen sich einen Naturpool. Sie würden niemals in ein Chlorbecken springen, weil sie keine Chemie wollen. Einige möchten sogar mit Fischen schwimmen.“ In diesem Fall sind andere Faktoren wichtig, als bei einem reinen Schwimmteich: „Fische werden gefüttert, sie scheiden etwas aus und machen Dreck. Da muss man schauen, ob das alles zusammenpasst.“

Andere können sich überhaupt nicht mit natürlichem Wasser identifizieren. „Da soll keine Mückenlarve treiben, kein Frosch am Rand sitzen. Diese Kunden brauchen reines, klares Wasser. In beiden Fällen muss man die Vor- und Nachteile aufzeigen.“

Seit 2011 berät Lukas Reutelsterz Wasserfans und Poolinteressierte. Er folgt damit seinem Vater, der vorher ein eigenes Unternehmen mit dem gleichen Schwerpunkt hatte. Inzwischen arbeitet der ältere für den jungen Reutelsterz. Gemeinsam haben sie einen großen Erfahrungsschatz. Ihr Alleinstellungsmerkmal: Sie planen die gesamte Anlage samt Garten und führen die Arbeiten auch aus. 95 Prozent der Anfragen kommen aus dem Privatkundenbereich im Umkreis von gut einer Fahrstunde. In der Corona-Zeit ist das Interesse noch einmal gestiegen: Der Betrag für den ausgefallenen Urlaub fließt stattdessen öfter in eine Poolanlage.

Lukas Reutelsterz mit Vater Rainer Reutelsterz

Lukas Reutelsterz mit Vater Rainer Reutelsterz

„Wir realisieren Pool und Garten, das hebt uns von anderen Poolbauern ab. Nur die Zahl der Anlagen, die wir jährlich bauen können, begrenzt uns.“

„Es gibt das große Familienprojekt mit einem flacheren Bereich für die Kinder. Einige möchten ein Sportbecken inklusive Gegenstromanlage. Andere sind kurz vor der Rente und wollen sich den Garten noch einmal schön machen, weil sie sich ein Leben lang einen Pool gewünscht haben. Die Kunden sind sehr vielfältig, die Maße sind meist Standardmaße. Die Ausgangslage oder das Material sind sehr individuell.“

Von Aufriss bis Wasserbiologie

Lukas Reutelsterz liebt diese Herausforderung, die in eine langfristige Gestaltung mündet: „Man ist länger dran, als an einem normalen Garten, aber man baut das ja auch nicht nur für eine Saison, sondern hoffentlich für die Ewigkeit – oder wenigstens für das Leben der Auftraggeberinnen und Auftraggeber.“

Spaßbecken, Naturpool, Badeteich: Manchmal sind die Grenzen fließend. Laien können den nötigen Aufwand nur schwer einschätzen, sagt Reutelsterz: „Beim Swimmingpool zum Beispiel kommt es darauf an, ob man ein Fertigbecken setzt oder einen Betonrohbau macht und dann mit Folie auskleidet. Schon bei den beiden Varianten unterscheidet sich die Bauzeit um mindestens zwei Wochen. Kommt eine umfangreiche Gartengestaltung dazu, können es vier Monate werden.“

Erst kürzlich hat der Gartenbaumeister mit seinem Team auf einem Weinberg an der Mosel einen Höhenunterschied von sechs Metern mit Mauern abgefangen. Genau das sei das Schöne an seinem Schwerpunkt, sagt Reutelsterz – nichts sei Standard. „Schwimmteichkundschaft ist eher naturnah. Da gestalten wir rustikaler, mit Naturstein oder Holz. Der Naturpool oder der Chlorpool gehen eigentlich immer ins Moderne. Wenn wir feststellen, dass die Kundenwünsche gar nicht funktionieren, versuchen wir sie aufgrund unserer Erfahrung zu lenken.“

Taucht gern mal zur Entspannung im eigenen Pool ab: Wasser-Fan und GaLaBau-Unternehmer Lukas Reutelsterz.

Netzwerk und Verbandsaustausch

Der Betrieb gehört zur Schwimmteichbauergenossenschaft Pool for Nature. Vater Reutelsterz ist einer der Gründer. Die Genossenschaftler profitieren von Netzwerk, Fortbildungen und Fachwissen, angefangen beim Material: „Kann ich den Stein in diesem Wasser benutzen? Wie hat er bei anderen reagiert, funktioniert der Einsatz? Da gibt es einen wirklich großen Austausch.“

Als die Anfragen nach Chlorpools häufiger wurden, überdachten die Poolbauer ihren anfänglichen Widerstand. „Irgendwann habe ich gedacht: Wir bauen unseren Kundinnen und Kunden das Wasser, welches sie haben wollen und lassen ihnen so den Freiraum der Entscheidung.“

Der Rohbau der Pools ist ähnlich, die Technik jedoch unterschiedlich. Vater und Sohn Reutelsterz besuchten Fortbildungen und tauschten sich mit anderen Betrieben aus. Danach schulten sie auch Personal, das bisher neben den Gartenanlagen Schwimmteiche und Naturpools gebaut hatten. Jetzt kamen Fertigbecken dazu. Kein Widerspruch, sondern eine Ergänzung, findet der Gartenbauer.

Zum Bauen von Teichen und Pools reicht die normale Gartenbau-Ausstattung nicht immer aus. „Es ist auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema, aber es ist nicht für jeden Galabau-Unternehmer geeignet. Ich kenne durch meine Verbandsarbeit viele Betriebe, die sagen: Da hole ich den Profi, so jemanden wie Dich.“

„Hintergrundwissen über die Wasserbiologie ist wichtig. Wenn ich im Schwimmteich grünes Wasser habe – wo kommt es her, was muss ich tun?“

Lukas Reutelsterz

Experte für „Gärten zum Schwimmen“: Landschaftsgärtner Lukas Reutelsterz hat sich auf Wasser als gestalterisches Element im Garten spezialisiert – von Wasserlauf bis Schwimmteich.

Als aktives Präsidiumsmitglied im GaLaBau-Verband Rheinland-Pfalz gibt Reutelsterz sein Wissen gern an Kolleginnen und Kollegen weiter. Er schätzt den Erfahrungsaustausch und findet es spannend, wie andere Betriebe arbeiten: „Ich mache das gern. Davon lebt das Ganze ja, vom Geben und Nehmen. Das finde ich sehr wichtig.“

Bis zu einem Tag in der Woche kümmert er sich um die Präsidiums- und Verbandsarbeit. Im Ausschuss Betriebswirtschaft trifft er weitere Aktive: „Ich mag das sehr, weil ich andere Sichtweisen und Entwicklungen aus dem gesamten Bundesgebiet kennenlerne. Man muss ein bisschen dafür glühen und motiviert sein. Wenn man schon denkt, mein Gott, jetzt muss ich schon wieder was für den Verband machen, dann funktioniert es nicht.“

Ein Azubi pro Jahr hat die Chance auf eine Ausbildung mit diesem besonderen Schwerpunkt. Um Auszubildende und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist die Firma auf Facebook und Instagram vertreten. Auch Aufträge generiert der Betrieb über Social-Media-Kanäle. Der Chef setzt in seinen Beiträgen geschickt Hashtags, also markierte Stichworte. So gewinnt er neue Follower: „Mittlerweile ist das ein wichtiger Marketingbestandteil. Ich mache auch Live-Stories und zeige in Videos, wie der Pool angeliefert und gesetzt wird. Da sind schon einige, die uns folgen, um das zu sehen. Ungefähr vier von zehn Pools kommen über Social-Media zustande.“

Mit der Entwicklung seines Unternehmens ist Lukas Reutelsterz nach 10 Jahren sehr zufrieden: „Ich wollte eigentlich nicht mit 24 Jahren neu gründen, ich hatte gerade meinen Meister gemacht, aber ich bereue die Entscheidung nicht. Man überlegt sich ja am Anfang, wo man hinwill. Allmählich geht es genau in die Richtung. Wir können das Team hoffentlich weiter aufstocken und unseren Schwerpunkt ausbauen.“

Alles Wasser, immer anders

Ein Naturpool besteht aus einer großen Schwimmzone und einem kleineren Filterbecken. Das über eine Pumpe gefilterte Wasser wird in die Schwimmzone zurückgeleitet. Die Schwimmzone ist nährstoffarm, soll so algenfrei bleiben. Ein Poolroboter für den Boden und ein Skimmer, der die Wasseroberfläche absaugt, sorgen für Sauberkeit. Ein sogenannter Biofilm aus Mikroorganismen filtert biologisch.

Bei einem Schwimmteich kann die eine Hälfte zum Baden genutzt werden, die andere Seite dient der natürlichen Filterfunktion. Wenn der Teich richtig geplant ist, leben Tiere und Pflanzen im gesamten Bereich. Wichtig ist ein natürliches Gleichgewicht, welches biologischen und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Ein Schwimmteich ist technikfrei und bietet naturnahen Lebensraum. Um einen ausgewogenen Teich anzulegen, benötigt man in der Regel mehr Fläche als für einen Naturpool.

Das Team hat mit jedem Projekt eine neue Herausforderung. Das mögen alle, sagt Lukas Reutelsterz: „Eine Bodenplatte funktioniert nach Schema F, aber die Umgebungsgestaltung ist immer anders.“

Kontakt:

Lukas Reutelsterz GmbH
Mendig, Rheinland-Pfalz
https://reutelsterz.de

2021-10-22T12:41:46+02:00
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